TOWERN3000 als Partner im Forschungsprojekt RENVELOPE – Energy Adaptive Shell //
Die Sanierung des Gebäudebestands zählt zu den großen Aufgaben unserer Zeit. Viele Gebäude müssen energetisch verbessert werden, gleichzeitig sollen Bewohner möglichst in ihren Wohnungen bleiben können, Bauzeiten reduziert und bestehende Ressourcen weitergenutzt werden. Genau hier setzt das Forschungsprojekt RENVELOPE – Energy Adaptive Shell an.

Was ist das Ziel von Renvelope?
Ziel von RENVELOPE ist es, eine kosteneffiziente und kreislauffähige Komplettlösung für die Modernisierung des Gebäudebestands zu entwickeln. Der zentrale Ansatz: Gebäude werden nicht mehr ausschließlich von innen gedacht, sondern über eine neue, energieaktive Außenhülle konditioniert. Damit entsteht ein Paradigmenwechsel gegenüber klassischen Systemen, bei denen Heizung, Kühlung und Gebäudetechnik vor allem im Inneren des Gebäudes untergebracht sind.
TOWERN3000 als Partner im Forschungsprojekt
TOWERN3000 war im Projekt RENVELOPE als Partner beteiligt und brachte die CEPA®-Energiefassade als Technologieansatz ein. Für uns war RENVELOPE nicht nur ein Forschungsprojekt, sondern ein wichtiger Entwicklungsschritt: Forschung, Planung, Demonstratoren und reale Umsetzung wurden miteinander verbunden.
Ein besonders wichtiger Meilenstein war die Entwicklung unserer Spritzgussteile namens CEPA®-Flex für die CEPA®-Energiefassade. Diese Bauteile sind ein zentraler Bestandteil des Systems, weil sie die serielle Anwendung der Energiefassade technisch, wirtschaftlich und montageseitig weiter vorangebracht haben. Aus einer Idee wurde damit ein Bauteil, das in realen Projekten eingesetzt werden kann.
Die CEPA®-Energiefassade verbindet die Funktionen Dämmen, Heizen, Kühlen und Speichern in einem System. Die Energieverteilung erfolgt über die Außenhülle des Gebäudes, wodurch die Methode besonders für die Sanierung im Bestand geeignet ist. Durch die Verrohrung von außen kann minimalinvasiv gearbeitet werden; Bewohner bzw. Nutzer müssen während der Sanierung nicht ausziehen.
Vom Forschungsgedanken zur Serienlösung
RENVELOPE zeigt, dass serielle Sanierung mehr sein kann als eine neue Dämmung. Die Gebäudehülle wird zur aktiven Energiefläche. Sie kann Wärme und Kälte übertragen, vorhandene Gebäudemassen als Speicher nutzen und mit erneuerbaren Energiesystemen kombiniert werden.
Die RENVELOPE-Lösung verbindet industriell vorgefertigte Hüllelemente mit Haustechnikkomponenten wie Bauteilaktivierung und Lüftung. Ziel ist es, den Endenergiebedarf von Bestandsgebäuden durch minimalinvasive Sanierung deutlich zu reduzieren und die Gebäude mit erneuerbarer Wärme, Kälte und Strom zu versorgen.
Für TOWERN3000 war besonders wichtig, dass die Technologie nicht nur theoretisch untersucht, sondern an realen Gebäuden weiterentwickelt wurde. Genau dort zeigt sich, ob ein System im Bestand funktioniert: bei unebenen Fassaden, bewohnten Gebäuden, engen Zeitplänen, unterschiedlichen Energiekonzepten und konkreten Anforderungen von Bauherr, Planer und ausführenden Unternehmen.
Drei Referenzprojekte zeigen die Bandbreite
Die RENVELOPE-Lösung wurde an drei großvolumigen Demonstrationsobjekten validiert. Jedes Gebäude brachte andere bauliche, klimatische und technische Rahmenbedingungen mit sich. Dadurch konnten die Anpassungsfähigkeit des Fassadensystems, die Vorfertigung und die digitalen Prozesse unter realen Bedingungen geprüft werden.
1. Projekt: Wien, Arenberggasse 4
In der Arenberggasse 4 in Wien wurde ein Wohngebäude der Sozialbau-AG im Bestand saniert. Das Projekt ist ein wichtiger Demonstrator für die Erneuerung des Energieabgabesystems, ohne dass Bewohner ausziehen müssen. Die Sanierung umfasst seriell vorgefertigte Fassadenmodule, eine Bauteilaktivierung zur Wärmebereitstellung über die bestehende Außenwand und ein neues erneuerbar gestütztes Energiesystem. TOWERN3000 brachte dabei Input zur Auslegung der Bauteilaktivierung ein.
Ein zentraler Anspruch war es, das Planungs- und Montageteam sowie in weiterer Folge auch die Produktionsmitarbeiter gezielt zu schulen, um die im Projekt eingesetzten Serienteile effizient in Planung, Fertigung und Montage zu integrieren.
Ziel war ein sicherer, klarer und praxistauglicher Montageprozess auf der Baustelle – ohne Verzögerungen, Unsicherheiten oder unnötige Schnittstellen. Damit sollte eine größtmögliche Montageakzeptanz bei den ausführenden Teams erreicht werden.
Im Mittelpunkt stand die Integration des CEPA®-Energieabgabesystems in das seriell gefertigte Fassadenmodul. Die Fassade übernimmt damit nicht nur die klassische Funktion des Dämmens und der optischen Erneuerung, sondern wird zum aktiven Bauteil für Heizen und Kühlen im Niedertemperaturbereich. Das System kann flexibel mit bestehenden und zukünftigen Energiequellen kombiniert werden – von Tiefenbohrungen und Wärmepumpen über Photovoltaik-Überschüsse bis hin zur Fernwärme von Wien Energie.
Im Projekt Arenberggasse wurde nicht nur die Fassade aktiviert, sondern das gesamte Gebäude inklusive Wänden, Untersichten und Dachbodendecken energetisch umhüllt.
Das Projekt zeigt, welchen Mehrwert eine Sanierung über die Fassade haben kann: Die Gebäudehülle wird nicht nur verbessert, sondern übernimmt zugleich eine aktive Rolle in der Energieverteilung.
Konsortialführer: AEE-INTEC
Architekt: Nussmüller Architekten Graz
2. Projekt: Graz, Grüne Gasse 48
In der Grünen Gasse 48 in Graz wurde ein sechsstöckiges Wohngebäude der Rottenmanner Siedlungsgenossenschaft aus dem Jahr 1972 als Demonstrator herangezogen. Das Gebäude wird als Studentenheim genutzt und liegt in einer dicht bebauten städtischen Umgebung. Im Sanierungskonzept werden vorgefertigte Fassadenelemente mit integrierter Bauteilaktivierung eingesetzt. Damit wird die thermische Speichermasse des Gebäudes genutzt, um den Energieeintrag effizienter zu steuern und den thermischen Komfort zu erhöhen.
Die Erfahrungen aus der Arenberggasse konnten hier bereits vollständig in Planung, Fertigung und Montage einfließen. Ein wesentlicher Beitrag zu diesem Projekt waren die von TOWERN3000 entwickelten Spritzgussteile, die CEPA®-Flex-Pins. Diese Bauteile wurden ursprünglich aufgrund der starken Unebenheiten im Bestandsmauerwerk der Arenberggasse entwickelt. Mit CEPA®-Flex können Unebenheiten von bis zu 140 mm ausgeglichen werden. In der Grünen Gasse konnte bereits ab Planungsstart auf diese Entwicklung zurückgegriffen werden, wodurch Abstimmungen, Anpassungen und Entwicklungsaufwand deutlich vereinfacht wurden.
Auch die ausführenden Handwerksbetriebe konnten durch die CEPA®-Flex-Bauteile baulichen Toleranzen im Bestand sicher entgegenwirken. In Kombination mit dem CEPA®-Energy-Distributor wird eine besonders hohe Leistungsübertragung für die Heiz- und Kühlfunktion ermöglicht. Damit zeigt die Grüne Gasse, wie Forschungsergebnisse und Baustellenerfahrung direkt in eine effizientere serielle Umsetzung überführt werden können.
Gerade dieses Projekt zeigt, warum die Kühl- und Speicherfunktion der Fassade in Zukunft an Bedeutung gewinnt. In dicht bebauten Städten geht es nicht nur um Heizenergie im Winter, sondern auch um Behaglichkeit im Sommer.
3. Projekt: Knittelfeld, Landesberufsschule

Mit der Landesberufsschule Knittelfeld wurde ein öffentlicher Bildungsbau als Demonstrator umgesetzt. Das Gebäude wies vor der Sanierung erhebliche Defizite bei Wärmedämmung, Luftdichtheit, Raumluftqualität und sommerlicher Überwärmung auf. Im Projekt wurden unter anderem fassadenintegrierte Gebäudetechnik, Lüftung, Wärmerückgewinnung und Photovoltaik kombiniert.
Die Umsetzung zeigt, dass serielle Sanierung nicht nur im Wohnbau relevant ist. Auch Schulen, öffentliche Gebäude und andere großvolumige Bestandsgebäude können von vorgefertigten, multifunktionalen Fassadenlösungen profitieren. Copyright Bild links: AEE INTEC
Architektur: Nussmüller Architekten Graz
Unser Fazit
RENVELOPE hat gezeigt, welches Potenzial in der Fassade steckt. Sie kann mehr leisten als Dämmen und Gestalten. Sie kann Energie verteilen, Wärme und Kälte übertragen, Gebäudemassen aktivieren und Sanierungen im bewohnten Bestand ermöglichen.
Für TOWERN3000 war das Projekt ein wichtiger Entwicklungsschritt für die CEPA®-Energiefassade. Die im Projekt entwickelten Spritzgussteile, die Erfahrungen aus den Demonstratoren Wien Arenberggasse, Graz Grüne Gasse und Knittelfeld sowie die enge Zusammenarbeit mit den Projektpartnern haben dazu beigetragen, CEPA® weiter in Richtung Serienlösung zu entwickeln.
Damit ist RENVELOPE für uns ein Beispiel dafür, wie Forschung, Baupraxis und Innovation zusammenwirken können: mit dem Ziel, den Gebäudebestand klimafit, nutzbar und zukunftssicher zu machen.
Sie möchten wissen, ob Ihr Gebäude für eine CEPA®-Energiefassade geeignet ist?
Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf und lassen Sie uns gemeinsam prüfen, welches Potenzial in Ihrer Bestandsimmobilie steckt.
Mehr zum Projekt
Das Projekt RENVELOPE ist Teil von Green Energy Lab, einer Forschungsinitiative für nachhaltige Energielösungen und Teil der österreichischen Innovationsoffensive „Vorzeigeregion Energie“ des Klima- und Energiefonds.
Zum Renvelope Konsortium zählen unter anderem:
AEE INTEC, Sozialbau AG, Technische Universität Wien | TU Wien, FH JOANNEUM, Wien-Energie, Reenag und viele weitere.
Weitere Informationen direkt auf der Renvelope-Projektwebsite HIER.
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Bericht: Thomas Buchsteiner, Geschäftsführer TOWERN3000 Projekt- & Medienagentur GmbH
